Zum 30. Mal Skijöring im Schwarzeck

Jubiläumsveranstaltung trotz Termins Verschiebung voller Erfolg

 

 

Am vergangenen Samstag, den 15.02.2020 fand das 30. Skijöring am Parkplatz der Hochschwarzeck-Bahn in Ramsau statt. Üblicherweise findet das Rennen am ersten Samstag im Februar statt, dieses Jahr musste das Rennen allerdings aufgrund der schlechten Schneelage zum Traditionstermin auf den Ausweichtermin zwei Wochen später verschoben werden. Glücklicherweise tat dies aber werden der Anzahl der teilnehmenden Fahrer noch den Zuschauerzahlen einen Abbruch. Insgesamt 72 Teams nahmen am Rennen teil, dass auf einer gut präparierten und vorbereiteten Strecke die im größtenteils sehr griffig war und anschließend auch von den Fahrern gelobt wurde, ausgetragen wurde. Auch Zuschauer waren zahlreich erschienen um dem spektakulären Rennen, bestens von den fleißigen Helfern und der Metzgerei Ehler mit Getränken und Essen versorgt, zu zuschauen und das trotz zahlreichen am gleichen Tag stattfindenden Faschingsbällen.

 

Zum Jubiläum konnte noch einmal der langjährige Moderator Markus Malten, der diesen Posten bereits abgegeben hatte gewonnen werden. Dieser führte gemeinsam mit Florian Hackl souverän durch die Veranstaltung, obwohl beide unter doppelter „Belastung“ standen, da beide am Rennen selbst teilnahmen (Maltan bei den Veteranen und in der MX Open, Hackl in der MX Open).

 

Vor Beginn des eigentlichen Rennens wurde mit einer kleinen Showeinlage gestartet. Giritzer Stefan fuhr mit seinem Beiwagen zwei Runden, als Beifahrerin eine zukünftige Braut, die an diesem Tag ihren Junggesellinenabschied feierte und deren Mädels Truppe ihr eine Mitfahrt organisiert hatte. Stilecht mit Schleier ausstaffiert durfte sich die zukünftige Braut von den Zuschauern bejubeln lassen.  

 

Das Rennen wurde wie immer mit den Läufen der Kinder und Jugendlichen mit den Klassen 50ccm, 65 ccm, 85 ccm gestartet. Nach deren ersten Läufen führten die Klassen MX2, Damen und die Veteranen ihre ersten Läufe durch. Danach kamen wieder die Klassen 50 ccm, 65 ccm und 85 ccm, mit dem zweiten Lauf. In diesen Klassen wurde in den letzten Jahren immer eine durchschnittlich ungefähr gleichbleibende Anzahl an Fahrern verzeichnet, was zeigt, dass es an Interesse und Nachwuchstalenten nicht mangelt. Der jüngste teilnehmende Fahrer dieses Jahr war sieben Jahre alt.

 

Es folgten der erste Lauf der MX Open und der Beiwagen, nach den Beiwagen wurde die Kindersiegerehrung durchgeführt. In der Klasse 50 ccm waren Holzeis Seppi, als jüngster Teilnehmer und Skifahrer Moderegger Sebastian die einzigen Starter und gewannen natürlich auch in ihrer Klasse (im Rennen fuhren sie mit eigener Wertung mit den Startern der Klasse 65 ccm mit). In der Klasse 65 ccm konnten sich bei drei Startern Graßl Fabian und Nikola Franz gegen die Konkurrenz durchsetzen. In der Klasse 85 ccm gewannen, bei ebenfalls drei Fahrern, Hillebrandt Christoph und Punz Maxi.

 

Nach der Siegerehrung ging es weiter mit dem zweiten Lauf der MX 2.  In dieser Klasse traten elf Teilnehmer weniger an, als gemeldet waren, was vermutlich der Verschiebung der Veranstaltung zuzuschreiben war. Auf der stellenweisen recht eisigen Strecke kam es bereits in den ersten Läufen der größeren Klasse zu vielen Stürzen. Davon blieb auch der zweite Lauf nicht verschont. Zum Glück gingen die meisten Stürze glimpflich und ohne schlimmere Verletzungen aus. Leider musste hier einmal der Rettungswagen eine Fahrt ins Krankenhaus aufnehmen, da ein Fahrer an der Hand genäht werden musste. Hier konnten sich die Zuschauer schon einmal für die Königsklasse „warm“ machen, es gab bereits hier spektakuläre Zweikämpfe zu sehen.

 

Hier wurden die Plätze wie folgt belegt: 3. Platz: Tanja Schlosser/Stadler Christoph, 2. Platz: Graßl Andreas/Karl David, 1. Platz: Vom Heu Jan/Kögl Max.

 

In der Damenklasse konnte ein Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr um zwei Teams verzeichnet werden. Dieses Jahr gingen 6 Teilnehmerinnen mit ihren teils Skifahrerinnen, teils Skifahrern an den Start. Auch hier konnten neben Stürzen spannende Duelle verfolgt werden. Es zeigte sich besonders im zweiten Lauf, dass es sich auch lohnen kann nicht die schnellste Fahrerin zu sein, sondern eben die, die nicht stürzt und so die Möglichkeit hat eine schnellere Zeit einzufahren als die Konkurrenz.

 

Hier ergab sich bei den Gewinnern folgende Reihenfolge: 3. Platz: Fast Regina/Schwaiger Dominik, 2. Platz: Schlosser Tanja/Stadler Christoph, 1. Platz: Schmölzl Anna/Meindl Korbinian.

 

Bei den Veteranen starteten 10 Teams, in dieser Klasse kommt es auf das Alter der gefahrenen Motorräder an und nicht auf das Alter der Fahrer. Hier starteten neben dem Moderator auch Wichtelhuber Johann, der in der Vergangenheit die MX Open sechs Mal gewinnen konnte und sich zum König vom Hochschwarzeck krönen konnte. Seit längerer Zeit ist er jedoch nicht mehr gestartet. Er konnte zwar nicht den Sieg einfahren, zeigte aber, dass er, ebenso wie Maltan noch nicht zum alten Eisen gehört und immer noch ein ernst zu nehmender Gegner ist. Dies stellte Wichtelhuber und auch Maltan auch in der MX Open noch unter Beweis. Bei den Veteranen konnte sich Markus Wanka mit Brandner Anton an die Spitze setzen, gefolgt von Oberholzner Florian mit König Markus und Maltan Bernhard mit Leitner Sebastian.

 

Die Beiwagenklasse sorgte an diesem Abend für eine Überraschung. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass es sich hier um eine durchwachsene Klasse bezüglich der Teilnehmeranzahl handelt. Heuer konnten 3 Teams verzeichnet werden. Zu den Lokal-Matadoren und absoluten Dominatoren der Klasse, mit Veränderung in der Teambesetzung Giritzer Stefan/Stöckl Michael/Lenz Michael gesellte sich die Frau des „Verursachers“ des Skijöring Barbara Fischer mit ihrem Lebensgefährten Martin Graßl und Skifahrer Oberholzner mit ihrem Veteranen-Motorrad, sowie die „Neulinge“ Gschoßmann Silvan, Ramesberger Lukas und Hackl Christoph mit einem Beiwagengespann Marke „Eigenbau“. 

 

Den ersten Lauf konnten die Dominatoren wenig überraschend, aber nicht minder spektakulär mit Wheelie-Einlage in der Kurve und trotz heftigem Gegenarbeiten der Neulinge als Erste über die Ziellinie fahren. Im zweiten Lauf dann die Überraschung, nach der zweiten Runde blieb in der ersten Kurve das Beiwagen-Gespann der Dominatoren auf Grund eines technischen Defektes in der unteren Kurve liegen. Die Neulinge konnten gerade noch einen Zusammenstoß vermeiden und dann weiterfahren. Nach dem sich das Gespann der Dominatoren nicht mehr davon überzeugen ließ wieder anzuspringen konnten die Neulinge einen überragenden Sieg einfahren. Somit reiht sich die Beiwagen-Klasse wie folgt auf: 3. Platz: Giritzer/Stöckl/Lenz, 2. Platz: Fischer/Graßl/Oberholzner 1. Platz: Gschoßmann/Ramesberger/Hackl.

 

Nun ging die MX Open in den zweiten Lauf. Auch hier starteten einige Teilnehmer weniger als genannt waren, dennoch war das Starterfeld der Königsklasse groß. Hochkarätige und erfahrene Teilnehmer, wie oben bereits erwähnt, reihten sich neben solchen ein, die die Klasse das erste Mal fuhren. Wie den ganzen Abend über waren auch hier einige Stürze zu sehen. Allerdings ist die offene Klasse nicht umsonst die „Königsklasse“ und hier wurde es nochmals um einiges spektakulärer, aufgrund der härteren Herangehensweise der Fahrer. Aus den Fahrern der offenen Klasse werden die fünf schnellsten ermittelt, die dann im Top-Five-Lauf um den Sieg kämpfen. Zwischen dem zweiten Lauf der offenen Klasse und dem Top-Five-Lauf wurde die Strecke noch mal ein gewieselt, um perfekte Bedingungen für den Finallauf zu erhalten. Im Finallauf kommt es nicht auf die Rundenzeit an, sondern im Gegensatz zum restlichen Rennen, darauf wer als Erster die Ziellinie überquert. Bis auf einen hat jeder der fünf Schnellsten das Skijöring schon einmal gewonnen: Rieder Stefan/Hackl Andreas (3 Siege), Graßl Andreas/Karl David (0 Siege), Oberholzner Florian/König Markus (1 Sieg), Maltan Bernhard/Leitner Sebastian (1 Sieg) und Wanka Markus/Brandner Toni (5 Siege).

 

Nach einem engen Start gingen Wanka/Brandner in Führung dicht gefolgt von Rieder/Hackl, Graßl/Karl, Oberholzner/König und Maltan/Leitner. Gleich in der ersten Kurve gingen Malten/Leitner innen an Oberholzner/König vorbei, die dann auch gleich nach dem Kurvenausgang stürzten. Auch weiter vorne auf der Geraden stürzten Rieder/Hackl, die dicht von Graßl/Karl verfolgt wurden, die dadurch einen Sturz auch nicht mehr vermeiden konnten. Somit konnten Wanka/Brandner die Führung ausbauen und Maltan/Leitner sich auf den zweiten Platz setzen. Oberholzner/König waren nach deren Sturz schneller auf den Beinen als Graßl/Karl und konnten diese überholen und somit Dritte werden. Graßl und Karl beendeten das Rennen auf dem vierten Platz, obwohl Karl verletzt war und sich, zum dortigen Informationsstand, das Schlüsselbein zumindest angebrochen hatte. Rieder/Hackl nahmen aufgrund der Verletzung von Rieder das Rennen nicht mehr auf.

 

Wanka Markus und König Markus sind somit die diesjährigen Könige des Hochschwarzeck und Wanka konnte seine Gesamtsiege auf sechs erhöhen, womit er jetzt gleichauf mit Wichtelhuber Johann ist, der bisher die meisten Siege verzeichnen konnte.

 

Der MSC Ramsau blickt auf eine erfolgreiches, wenn auch recht sturzreiches Skijöring zurück und bedankt sich bei all seinen freiwilligen Helfern, ohne die die Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre, sowie dem BRK Berchtesgaden, den Teilnehmern und den Sponsoren. Wir wünschen allen Teilnehmern die sich verletzt haben eine gute und baldige Genesung.

 

 

Auf die nächsten 30 Jahre Skijöring.